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Ausgabe 1/2012

Projektmanagement international - von A wie Australien bis V wie Venezuela

Projektmanagement ist alles andere als eine nationale Angelegenheit. Im Gegenteil: Unternehmen, die weltweit erfolgreich sein möchten, greifen immer wieder auf das weltweite Know-how ihrer Mitarbeiter zurück, um Produkte über Ländergrenzen hinaus weiterzuentwickeln. Damit es hier nicht zu Missverständnissen kommt, ist ein einheitliches Verständnis von Projektmanagement gefragt. Erreicht werden kann dies durch die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Trainings- und Beratungsunternehmen mit langjähriger internationaler Erfahrung.

Wissen teilen und Projekte gemeinsam nach vorne bringen - die Idee eines grenzüberscheitenden Projektmanagements ist bestechend. Gerade dann, wenn es darum geht, Produkte an nationale Märkte anzupassen, ohne dabei Abstriche an Qualität und Effizienz in Kauf zu nehmen. Oder aber auch, um Standorte auf anderen Kontinenten an erfolgreichen Produktentwicklungen teilhaben zu lassen. Dabei gewinnt internationales Projektmanagement sowohl für Mittelständler als auch für Konzerne an Bedeutung - unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche.

Dies zeigt auch das Beispiel eines deutschen Industrieunternehmens, das die Ware in 17 Ländern produziert. Um international gemeinsam an Projekten arbeiten zu können, sollten die Fertigungsstätten weltweit mit MS Project ausgestattet werden. Dabei zeigte sich, dass es innerhalb des Unternehmens kein einheitliches Projektmanagement-Verständnis gab. Deshalb sollten an verschiedenen Standorten, darunter auch in China, entsprechende Trainings durchgeführt werden. Der Wunsch des Auftraggebers: Ein Trainer der Tiba sollte weltweit für ein einheitliches Projektmanagement-Verständnis sorgen und die entsprechenden Inhalte vermitteln. Die Herausforderung dabei waren vor allem die kulturellen Unterschiede, die sich nicht nur in der Sprache und den lokalen Organisationen zeigen. Menschen in China lernen bevorzugt in großen Gruppen mit bis zu 65 Personen durch Vorlesungen. "Lesen, verstehen, auswendiglernen" - so lässt sich dieser dreigliedrige Prozess beschreiben. Im Gegensatz dazu arbeitet Tiba in Trainings erfahrungs- und praxisorientiert. Für die Trainings in China wurde dieser Ansatz auf die Lernweise der Teilnehmer angepasst. Entstanden sind so Trainings in Gruppen von maximal 20 bis 25 Teilnehmern, die die Inhalte in Form von Erarbeitungsgesprächen erlernen. Von den Trainern ist dabei eine hohe Flexibilität gefordert, die unternehmensweit einheitlich vorgegebenen Projektmanagement-Inhalte lokal auf unterschiedlichste Weise zu vermitteln.

Eine weitere Herausforderung in China ist das fehlende Nein. Dies zeigt sich beispielsweise bei der Frage, ob die Teilnehmer die Inhalte verstanden haben. Trainer mit wenig interkulturellem Hintergrundwissen könnten die bejahende Antwort als gegeben hinnehmen und mit dem Unterrichtsstoff fortfahren - mit der Folge, dass Teilnehmer der Vorlesung nicht mehr folgen können. Bei Beratungen kann dies dazu führen, dass Konzepte nicht verstanden und damit nicht genutzt werden. Sowohl bei Beratungen als auch Trainings und im Rahmen von operativer Projektunterstützung ist deshalb ausgeprägtes interkulturelles Verständnis gefragt. Gezielte Fragen und behutsames Vorgehen helfen dabei herausfinden, ob die Inhalte verstanden wurden. Auch Korrekturen und Verbesserungen - beispielweise im Rahmen von Trainings - werden mit Diplomatie und Fingerspitzengefühl so durchgeführt, dass jeder Teilnehmer sein Gesicht wahrt. Denn jede direkte - auch noch so konstruktive - Kritik wirkt für Chinesen häufig wie ein direkter Angriff auf die Person. Umso wichtiger ist es deshalb, das Gesicht des Andern zu bewahren und - wo es sich anbietet - zu betonen und hervorzuheben. Natürlich auch dies mit dem nötigen Fingerspitzengefühl. Es gilt also, gute Leistungen hervorzuheben und so die persönliche Beziehung zum Teilnehmer zu stärken.

Indien - Meister des Multitaskings

Auch Indien erfordert viel Wissen und Empathie der Trainer benötigt. Hier muss unter anderem das Kastensystem der indischen Gesellschaft in den Trainings und Beratungen verstanden und berücksichtigt werden. Sowohl die Kommunikation als auch die Zusammenarbeit in Projektteams werden von diesem Gesellschaftssystem unterschiedlich stark beeinflusst. Aber auch die Art der Inder, gleichzeitig mehrere Ziele zu verfolgen, macht die Zusammenarbeit spannend. So können sich Besprechungen und Trainings in die Länge ziehen, weil immer wieder das Thema gewechselt wird - und die Inder dies völlig normal finden. Persönliche Beziehungen sind in Indien immens wichtig, weshalb ihr Aufbau am Anfang jeder Geschäftsbeziehung steht. Zentral ist dabei vor allem die emotionale Komponente, die sich durch Wohlwollen, Respekt und Vertrauen zeigt. Diese sind auch die Basis erfolgreicher Trainings.

Inhalte kulturell unterschiedlich vermitteln

Einheitlicher Projektmanagement-Trainingsinhalt darf also keineswegs einheitliche Trainings bedeuten. Im Gegenteil: Um die gewünschten Inhalte und ein weltweit einheitliches Verständnis für Projektmanagement im Unternehmen zu erreichen, müssen die vor Ort eingesetzten Trainer sich den lokalen Gegebenheiten anpassen. Dies gilt selbstverständlich ebenso für Projektmitarbeiter und Berater, die in allen Aufgabenstellungen des Projektmanagements eingesetzt werden. Dazu gehört Wissen über die Kultur ebenso wie die - selbstverständliche - Klärung organisatorischer Feinheiten wie Start und Ende einer Trainingseinheit. Schließlich lässt sich das westliche "9 to 5" nicht auf alle Kulturen und Lebenssituationen übertragen. Auch die Sprache muss geklärt werden: Wünscht der Auftraggeber englische Trainings, weil sich beispielsweise die Teilnehmergruppe aus verschiedenen Nationen zusammensetzt. Oder ist ein Training in der ortsüblichen Landessprache gewünscht? In diesem Fall muss gewährleistet sein, dass die eingesetzten Trainer die weltweit vorgegebenen Firmenstandards und Projektmanagement-Inhalte genau kennen und in einer vergleichbaren Qualität vermitteln. Tiba setzt dabei auf eigene, international erprobte Trainer sowie bewährte lokale Kooperationen und ist so in der Lage, Trainings in aktuell 16 Sprachen durchzuführen. Da der Kunde durch einen einzigen festen Ansprechpartner betreut wird, der auch die Trainer koordiniert, wird dabei sichergestellt, dass allen Teilnehmern unabhängig von ihrem Sitz die gleichen Trainingsinhalte vermittelt werden.

Wichtig ist zudem das Wissen, wer vor Ort etwas zu sagen hat und welche bestimmten Rollen belegt sind. Eine Videokonferenz hilft dabei, sich im Vorfeld einen umfassenden Eindruck von den Ansprechpartnern zu machen. Im Rahmen dieses Gesprächs wird geklärt, ob es im Unternehmen in der letzten Zeit besondere Situationen gab, die sich vielleicht auf das Verhalten der Teilnehmer auswirken. Dies könnten Fusionen, aber auch Expansionen oder Kündigungen sein, ein Wechsel in der Führungsetage und vieles mehr. Auch wenn das alles nicht direkt etwas mit den Trainingsinhalten zu tun hat, wirkt es auf die Teilnehmer.

Spannend wird es bei der Frage, wie beispielsweise bei Trainings der Inhalt vermittelt wird. Das Beispiel China zeigte bereits, dass Konzepte nicht einfach 1:1 übertragen werden können. Trainer müssen deshalb nicht nur über Projektmanagement-Wissen und didaktische Fähigkeiten verfügen, sie müssen sich zudem in der Lern-Kultur des Landes auskennen und sich darauf einstellen. Nur dann ist gewährleistet, dass der gewünschte Inhalt entsprechend erläutert wird und Mitarbeiter in den unterschiedlichen Ländern eine Projektmanagement-Sprache sprechen.

Dieses gemeinsame Verständnis von Projektmanagement fördert die Unternehmenskultur sowie die Effizienz eines Unternehmens und trägt so zu mehr Erfolg bei. Wie das konkret aussehen kann, erfahren Sie in den kommenden Ausgaben anhand von weiteren Praxisbeispielen.

Tiba

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Autoren

Ulrich LükeUlrich Lüke
Trainer und Berater der » Tiba Qualifikationsstufe "Professional Trainer" / "Professional"
Tiba Management-
beratung GmbH

Ulrich Lüke verfügt über 20 Jahre praktische Erfahrung in den Themenbereichen "Methoden", "Organisation" und "Menschen im Projekt", die er u.a. in Belgien, China, Griechenland, Niederlande, Polen, Schweden, Schweiz, Slowenien und Westafrika (Ghana) gesammelt hat. Seit 1997 trainiert er erfolgreich für die Tiba.
 

Tobias SchneiderTobias Schneider
Trainer und Berater der » Tiba Qualifikationsstufe "Seniortrainer" / "Professional"
Tiba Management-
beratung GmbH

Tobias Schneider arbeitet seit 1991 als Berater, Trainer und Coach für Projektmanagement. Seine persönliche Stärke liegt unter anderem im Umgang mit unterschiedlichen Kulturen im Rahmen der beruflichen Einsatzfelder. Dies spiegelt sich auch in seiner internationalen Trainings- und Beratungserfahrung wider, die er u.a. in Ägypten, Australien, Brasilien, Finnland, Island, Japan, Indien, Portugal, Russland, Singapur, der Türkei und den USA gesammelt hat.
 

Für den Einsatz eines Beratungs- und Trainingsunternehmens mit entsprechender internationaler Vernetzung und Erfahrung wie die Tiba sprechen folgende Aspekte:

  • Vermittlung einheitlicher Projektmanagement-Standards an allen Standorten
  • Trainings, die die kulturellen Hintergründe und Sprachkompetenzen der Teilnehmer berücksichtigen
  • Eine weltweit erprobte und erfolgreiche Trainingsdidaktik, die Besonderheiten der Kultur berücksichtigt
  • Durchgehend einheitliche Qualität bei Trainings, Projektservice und Beratungseinsätzen, unabhängig von Land und Sprache

Haben Sie weiterführende Fragen zu diesem Thema?

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